Was ist ein Event- oder Zeltverleih wert?
Ein großer Materialbestand bedeutet nicht automatisch einen hohen Unternehmenswert. Entscheidend ist, wie wirtschaftlich das Material eingesetzt wird – und wie zuverlässig das Unternehmen ohne den bisherigen Eigentümer funktioniert.
Zwölf Faktoren, auf die ein Käufer schaut
Diese Punkte bestimmen in der Veranstaltungsbranche den Wert eines Betriebes. Kein Faktor entscheidet allein – aber gemeinsam ergeben sie ein sehr klares Bild.
Umsatz und Ergebnis
Umsatzentwicklung der letzten Jahre, bereinigtes Ergebnis, Rohertrag je Veranstaltung und die Frage, wie stabil beides über die Saisons hinweg ist.
Mietmaterial
Zeltsysteme, Hersteller, Baujahre, Zustand, Größen, Kombinationsmöglichkeiten, Ersatzteilverfügbarkeit, Böden, Türen, Seitenwände, Dachplanen, Heizsysteme, Beleuchtung, Mobiliar, Catering Equipment und Reparaturbedarf.
Materialauslastung
Vermiettage, Anzahl Veranstaltungen, saisonale Auslastung, Auslastung einzelner Produktgruppen, Wiederholungsquote, Materialstillstand und Auftragsvorlauf.
Auftragsbestand
Bereits gebuchte und wiederkehrende Veranstaltungen, Rahmenverträge, jährliche Schützen- und Stadtfeste, Firmenveranstaltungen, Messekunden und Agenturen.
Kundenstruktur
Anzahl aktiver Kunden, B2B-Anteil, Privatkunden, Agenturen, Caterer, Kommunen, Vereine, Messeveranstalter, Anteil der Top-20-Kunden und Abhängigkeiten.
Mitarbeiter
Projektleiter, Disposition, Lager, Fahrer, Monteure, Elektriker, Veranstaltungstechniker, Reinigung, Verwaltung und Vertrieb – und wie stark der Betrieb am bisherigen Unternehmer hängt.
Lager und Betriebshof
Hallenfläche, Außenflächen, Regaltechnik, Wasch- und Reinigungsbereiche, Reparaturbereich, Ladeflächen, Stapler, Verkehrswege, Lage, Erweiterungsmöglichkeiten sowie Eigentum oder Miete.
Fuhrpark
Lkw, Transporter, Anhänger, Sattelzüge, Wechselbrücken, Stapler, Teleskoplader, Krane – inklusive Finanzierungen, Leasing und Wartungszustand.
Disposition
Wie werden Aufträge geplant, Material reserviert und Teams eingeteilt? Steckt das Wissen in einem System oder im Kopf einer einzelnen Person?
Marke
Regionale Bekanntheit, Alter des Unternehmens, Bewertungen, Empfehlungsgeschäft und die Frage, ob Kunden den Namen oder die Person buchen.
Saisonabhängigkeit
Verteilung des Geschäfts über das Jahr, Auslastung in der Nebensaison, Winterlösungen und die Finanzierung der Vorlaufkosten.
Investitionsbedarf
Welche Investitionen stehen in den nächsten Jahren an – Planen, Böden, Fahrzeuge, Lagertechnik? Investitionsstau senkt den Wert, ist aber kein Ausschlusskriterium.
Warum zwei Betriebe mit gleichem Materialwert unterschiedlich viel wert sind
Betrieb A
Besitzt Zelte, Mobiliar und Fahrzeuge im Wiederbeschaffungswert von mehreren Millionen Euro. Das Material steht den größten Teil des Jahres im Lager, die Preise sind seit Jahren unverändert, drei Kunden machen die Hälfte des Umsatzes, und alle Angebote schreibt der Inhaber selbst.
Betrieb B
Hat weniger Material, aber hohe Vermiettage, jährlich wiederkehrende Stadt- und Schützenfeste unter Rahmenvertrag, eine eingespielte Disposition, zwei Projektleiter, die Veranstaltungen eigenständig abwickeln – und einen Auftragsbestand, der bis weit in die nächste Saison reicht.
Betrieb B ist für einen Käufer in aller Regel der deutlich wertvollere – und der leichter finanzierbare.
Nicht der Bestand zählt, sondern was der Bestand verdient.
Was den Wert erhöht – und was ihn senkt
Wertsteigernd
- hohe und gleichmäßige Materialauslastung
- langjährige Rahmenverträge und wiederkehrende Veranstaltungen
- breite Kundenbasis ohne große Abhängigkeiten
- eingespieltes Team mit klaren Verantwortlichkeiten
- dokumentierte Disposition und gepflegte Vermietsoftware
- gepflegtes, kombinierbares Material gängiger Hersteller
- eigenes, gut erschlossenes Betriebsgelände
- der Betrieb funktioniert auch ohne den Inhaber
Wertmindernd
- Material, das überwiegend steht
- alle Kundenkontakte laufen ausschließlich über den Inhaber
- wenige Großkunden mit hohem Umsatzanteil
- erheblicher Investitions- und Reparaturstau
- Sonderanfertigungen ohne Ersatzteilversorgung
- Preise, die seit Jahren nicht angepasst wurden
- fehlende oder nur handschriftliche Auftragsdokumentation
- hohe Abhängigkeit von einzelnen Saisonveranstaltungen
Welche Unterlagen für eine erste Einschätzung sinnvoll sind
Für ein erstes Gespräch brauchen Sie nichts davon. Für eine belastbare Einschätzung sind diese Unterlagen hilfreich.
- Jahresabschlüsse der letzten drei Jahre
- aktuelle betriebswirtschaftliche Auswertung
- Inventarliste des Mietbestands mit Baujahren
- Auswertung der Vermiettage je Produktgruppe
- Übersicht der Top-20-Kunden mit Umsätzen
- Auftragsbestand für die kommende Saison
- Mitarbeiterliste mit Funktionen und Eintrittsdaten
- Fahrzeugliste mit Finanzierungen und Leasingverträgen
- Miet- oder Eigentumsverhältnisse am Betriebsgelände
Wir schauen uns Ihr Unternehmen an – vertraulich und unverbindlich
Sie erhalten eine erste Einschätzung, worauf es bei Ihrem Betrieb ankommt und welche Punkte den Wert am stärksten beeinflussen.
