Eventbetrieb trotz Investitionsbedarf verkaufen
Alte Planen, müde Lkw, aufgeschobene Investitionen – warum das kein Ausschlusskriterium ist.
Viele Unternehmer schieben den Gedanken an einen Verkauf auf, weil sie das Gefühl haben, der Betrieb sei „noch nicht so weit“: Die Planen müssten erneuert, zwei Lkw ersetzt, das Hallendach saniert werden. Erst investieren, dann verkaufen – so der Plan.
Das ist in den meisten Fällen ein Fehler.
Warum späte Investitionen sich selten rechnen
Wer ein Jahr vor dem Verkauf 300.000 Euro in neue Zeltplanen steckt, erhöht den Kaufpreis in der Regel nicht um 300.000 Euro. Ein Käufer bewertet den Ertrag, nicht die Anschaffung. Bis die Investition sich in Auslastung und Mietpreisen niederschlägt, vergehen Jahre – die Sie dann nicht mehr im Betrieb sind.
Umgekehrt gilt: Investitionsstau wird eingepreist, aber transparent und einmalig. Der Käufer rechnet, was er in den ersten Jahren einsetzen muss, und zieht es ab. Das ist ein Rechenposten, kein Ausschlusskriterium.
Was Käufer wirklich abschreckt
Nicht altes Material – sondern Unklarheit darüber. Wenn niemand sagen kann, welche Planen welchen Zustand haben, wann welcher Lkw zuletzt in der Werkstatt war und ob die Statiknachweise vollständig sind, dann kalkuliert ein Käufer den Risikoaufschlag großzügig zu seinen Gunsten.
Was Sie stattdessen tun sollten
- eine ehrliche Zustandsübersicht des Materials erstellen – inklusive Schwachstellen
- anstehende Investitionen benennen und grob beziffern
- laufende Wartung und Prüfungen nicht aussetzen – das fällt sofort auf
- kleine, wirksame Reparaturen erledigen: Sie zeigen einen gepflegten Betrieb
- große Ersatzinvestitionen in die Verhandlung einbringen, statt sie zu verschweigen
Der Vorteil offener Karten
Ein Verkäufer, der von sich aus sagt: „Die zwei großen Zelte brauchen in drei Jahren neue Dachplanen, das kostet ungefähr X“, wirkt glaubwürdig. Damit steigt das Vertrauen in alle übrigen Angaben – und das wirkt sich auf den Preis meist stärker aus als der Posten selbst.
Wann Investitionsstau doch zum Problem wird
Wenn er so groß ist, dass er die Ertragskraft übersteigt: Wenn der Betrieb praktisch neu ausgestattet werden müsste und gleichzeitig nur knapp rentabel arbeitet, bleibt für einen Kaufpreis wenig Raum. Auch dann ist ein Gespräch sinnvoll – es klärt schnell, ob ein Verkauf oder ein anderer Weg der bessere ist.
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