Eventverleih verkaufen: Bewertung und Vorbereitung
Welche Unterlagen ein Käufer sehen will – und was Sie zwei Jahre vorher tun sollten.
Die meisten Unternehmensverkäufe scheitern nicht am Preis, sondern an fehlender Vorbereitung. Wer erst mit dem Aufräumen beginnt, wenn der Käufer schon am Tisch sitzt, verliert Zeit, Vertrauen und am Ende Geld.
Zwei Jahre vorher: die Substanz ordnen
Der wirksamste Hebel ist die Verringerung der Inhaberabhängigkeit. Solange alle Kundenkontakte, alle Angebote und alle Dispositionsentscheidungen über Sie laufen, kauft ein Erwerber ein Risiko. Bauen Sie einen Projektleiter oder Disponenten auf, der Kunden eigenständig betreut – nichts steigert den Wert zuverlässiger.
Parallel dazu: Mietpreise überprüfen und anpassen, unrentable Artikelgruppen abbauen, Reparaturstau abarbeiten und Verträge schriftlich fixieren, die bisher per Handschlag liefen.
Ein Jahr vorher: die Zahlen aufbereiten
Ein Käufer will keine Ordner, sondern Übersichten. Besonders wertvoll ist alles, was die Auslastung belegt: Vermiettage je Produktgruppe, Anzahl Veranstaltungen je Jahr, Umsatzanteile der größten Kunden, Wiederholungsquote.
Wenn Ihre Vermietsoftware das nicht auswertet, ist der Zeitpunkt gekommen, das zu ändern. Ein Betrieb, der belegen kann, dass seine Zelte im Schnitt vierzig Tage im Jahr vermietet sind, verhandelt aus einer völlig anderen Position als einer, der es nur behauptet.
Diese Unterlagen werden angefragt
- Jahresabschlüsse der letzten drei Jahre
- aktuelle BWA sowie Summen- und Saldenliste
- Inventarliste des Mietbestands mit Baujahren und Zustand
- Auswertung der Vermiettage je Produktgruppe
- Umsatzliste der Top-20-Kunden über drei Jahre
- Auftragsbestand der kommenden Saison
- Mitarbeiterliste mit Funktion, Eintrittsdatum und Gehalt
- Fahrzeugliste mit Finanzierungen und Leasingverträgen
- Miet-, Pacht- oder Eigentumsverhältnisse am Betriebsgelände
- laufende Verträge: Versicherungen, Software, Lieferanten
Typische Stolpersteine
Vermischtes Privat- und Betriebsvermögen. Der private Pkw, das Ferienhaus, das Wohnmobil in der Halle: All das muss vor dem Verkauf sauber getrennt werden – sonst wird jede Bewertung zur Diskussion.
Die Immobilie in derselben Gesellschaft. Wenn Betrieb und Grundstück in einer Gesellschaft stecken, wird der Kaufpreis unnötig groß und die Finanzierung schwieriger. Eine Trennung ist möglich, braucht aber Vorlauf und steuerlichen Rat.
Kein zweiter Mann. Der Betrieb, in dem nur einer weiß, welche Zeltteile zusammengehören, ist schwer übertragbar. Wissen zu dokumentieren ist unbequem – und lohnt sich.
Was Sie nicht tun sollten
Kurzfristig Kosten drücken, um das Ergebnis zu schönen. Aufgeschobene Wartung, gestrichene Ersatzinvestitionen und gekündigte Mitarbeiter fallen in der Prüfung auf und kosten mehr Vertrauen, als sie an Ergebnis bringen.
Sie denken über die Zukunft Ihres Eventbetriebs nach?
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