Material verkaufen oder Unternehmen verkaufen?
Der Ausverkauf bringt schnelles Geld – und vernichtet in der Regel den größeren Wert.
Irgendwann steht jeder Eventvermieter vor dieser Frage. Der Ausverkauf des Materials wirkt einfach: Zelte, Mobiliar und Fahrzeuge einzeln inserieren, Geld einnehmen, Halle räumen, fertig. Kein Käufer, der in Bücher schaut, keine Verhandlung, kein Notar.
In den meisten Fällen ist es trotzdem die teurere Variante.
Was beim Ausverkauf passiert
Gebrauchtes Eventmaterial erzielt selten die Preise, die man erwartet. Zelte gehen an Wettbewerber, die genau wissen, dass Sie verkaufen müssen. Mobiliar wird nach Menge gehandelt. Der Fuhrpark bringt Händlerpreise. Und alles, was nicht verkauft wird – und das ist meist ein erheblicher Teil – muss entsorgt werden.
Vor allem aber: Alles, was den Betrieb ausmacht, bringt beim Ausverkauf null Euro. Der Kundenstamm, das Auftragsbuch, das eingespielte Team, der Name in der Region, die Disposition, die Lieferantenbeziehungen. Diese Werte lösen sich schlicht auf.
Was beim Unternehmensverkauf passiert
Ein Käufer erwirbt den Betrieb als Ganzes und bezahlt für den Ertrag, den dieser Betrieb erwirtschaftet – inklusive all der Positionen, die im Ausverkauf verloren gehen. Bei einem funktionierenden Betrieb liegt der Unternehmenswert deshalb regelmäßig deutlich über der Summe der Einzelteile.
Der Vergleich in Stichpunkten
Ausverkauf: schnell, aber niedriger Erlös, hoher eigener Aufwand über Monate, Entsorgungskosten, Mitarbeiter verlieren ihre Arbeit, Kunden stehen vor abgesagten Veranstaltungen, laufende Buchungen müssen abgewickelt oder abgesagt werden.
Unternehmensverkauf: dauert sechs bis zwölf Monate, erfordert Unterlagen und Offenheit, dafür in der Regel deutlich höherer Erlös, Mitarbeiter behalten ihre Stelle, Kunden werden weiter bedient, der Name bleibt erhalten.
Wann der Ausverkauf trotzdem sinnvoll ist
Es gibt Fälle: Wenn der Betrieb seit Jahren defizitär ist, das Material überaltert und die Kunden längst abgewandert sind, kann der Materialwert tatsächlich über dem Unternehmenswert liegen. Auch bei sehr kleinen Betrieben ohne Personal kann der Aufwand eines Verkaufsprozesses unverhältnismäßig sein.
Die praktische Empfehlung
Klären Sie die Frage in dieser Reihenfolge: Erst prüfen, was der Betrieb als Ganzes wert ist. Dann entscheiden. Der umgekehrte Weg ist nicht umkehrbar – wer erst die Zelte verkauft, kann anschließend kein Unternehmen mehr anbieten.
Ein Gespräch mit einem Käufer kostet nichts und dauert eine halbe Stunde. Ein Ausverkauf dauert ein halbes Jahr und ist endgültig.
Sie denken über die Zukunft Ihres Eventbetriebs nach?
Wir sind direkter Kaufinteressent für Eventvermieter, Zeltverleiher und Veranstaltungsausstatter in Deutschland. Ein erstes Gespräch ist unverbindlich und bleibt vertraulich.
