Mitarbeiter bei der Unternehmensnachfolge

Ratgeber · Lesezeit etwa 6 Minuten

Betriebsübergang, Kündigungsschutz und der richtige Zeitpunkt für die Information.

Für die meisten Inhaber ist das die Frage, die am längsten nachhängt: Was wird aus den Leuten? In der Veranstaltungsbranche wiegt sie besonders schwer, weil Teams oft seit Jahrzehnten zusammenarbeiten und die Arbeit auf Vertrauen beruht – bei Nachtaufbauten, Sturmwarnungen und Terminen, die nicht verschiebbar sind.

Die rechtliche Lage: § 613a BGB

Beim Betriebsübergang gehen Arbeitsverhältnisse mit allen Rechten und Pflichten auf den Erwerber über. Gehalt, Betriebszugehörigkeit, Urlaubsansprüche und Kündigungsfristen bleiben bestehen. Eine Kündigung wegen des Betriebsübergangs ist unwirksam. Mitarbeiter sind rechtzeitig schriftlich zu unterrichten und können dem Übergang widersprechen.

Beim Verkauf von GmbH-Anteilen stellt sich die Frage formal gar nicht: Arbeitgeber bleibt dieselbe Gesellschaft, es wechselt nur der Gesellschafter.

Warum ein Käufer das Team ohnehin will

In dieser Branche ist qualifiziertes Personal der eigentliche Engpass: Fahrer mit den passenden Führerscheinklassen, Monteure, die Zeltsysteme kennen, Disponenten, die wissen, welches Material zusammen auf welchen Lkw passt, Projektleiter mit Kundenkontakt. Ein Betrieb ohne dieses Team ist für einen Käufer erheblich weniger wert.

Der richtige Zeitpunkt für die Information

Zu früh informiert, entsteht monatelange Unruhe – und im schlimmsten Fall verlassen genau die Leistungsträger den Betrieb, auf die es ankommt. Zu spät informiert, entsteht das Gefühl, hintergangen worden zu sein.

Bewährt hat sich: Information unmittelbar nach der Vertragsunterzeichnung, persönlich, im Betrieb, durch den bisherigen Inhaber gemeinsam mit dem Käufer. Zuerst die Schlüsselpersonen im Einzelgespräch, dann das gesamte Team.

Was das Team hören will

Drei Dinge, in dieser Reihenfolge: Bleibt mein Arbeitsplatz? Bleibt der Standort? Ändert sich mein Ansprechpartner? Wer diese Fragen klar beantworten kann, hat den schwierigsten Teil der Übergabe hinter sich.

Schlüsselpersonen absichern

Wenn der Betrieb an einzelnen Personen hängt – dem Disponenten, dem Werkstattmeister, dem Projektleiter für Großveranstaltungen – ist es sinnvoll, deren Verbleib vor der Übergabe zu klären. Bleibeprämien, verbesserte Verträge oder eine klar zugesagte Rolle in der neuen Struktur sind übliche und faire Mittel.

Und Sie selbst?

Auch Ihre Rolle sollte vom ersten Tag an klar sein. Nichts verunsichert ein Team mehr als ein Chef, der noch da ist, aber nichts mehr entscheidet. Ob Sie eine Saison begleiten oder zum Stichtag ausscheiden – sagen Sie es deutlich.

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