Nachfolge für Eventvermieter ohne Familiennachfolger

Ratgeber · Lesezeit etwa 6 Minuten

Vier realistische Wege, wenn in der Familie niemand übernehmen will oder kann.

Die Zahl ist in allen Handwerks- und Vermietbranchen ähnlich: Der weit überwiegende Teil der Übergaben findet heute nicht mehr innerhalb der Familie statt. Kinder haben eigene Berufe, wollen nicht jedes Wochenende auf Festplätzen verbringen oder scheuen die Kapitalbindung. Das ist normal – und kein Scheitern.

Weg 1: Nachfolge aus dem Mitarbeiterkreis

Der naheliegendste Weg, wenn es einen Betriebsleiter oder Disponenten gibt, der den Betrieb kennt. Der Vorteil: Kunden und Team merken kaum einen Unterschied. Das praktische Problem ist fast immer die Finanzierung – Vermietbetriebe sind kapitalintensiv, und Banken verlangen Eigenkapital, das Angestellte selten haben.

Modelle mit Verkäuferdarlehen, gestaffelter Kaufpreiszahlung oder schrittweiser Beteiligung können helfen, bedeuten aber, dass Ihr Geld noch Jahre im Betrieb steckt.

Weg 2: Verkauf an einen strategischen Käufer

Ein Wettbewerber aus der Nachbarregion oder ein Komplettanbieter, der sein Angebot erweitern will. Vorteil: Er versteht das Geschäft sofort und kann Synergien heben. Nachteil: Ein direkter Wettbewerber erhält tiefe Einblicke – hier ist Vertraulichkeit besonders wichtig, und der Prozess sollte gut strukturiert sein.

Weg 3: Verkauf an einen Beteiligungskäufer

Käufer, die Betriebe erwerben, um sie langfristig zu halten und weiterzuentwickeln. Für Eventvermieter oft attraktiv, weil solche Käufer eher an Fortführung als an Konsolidierung interessiert sind: Der Name bleibt, das Team bleibt, der Standort bleibt. Zentralisiert werden meist nur Einkauf, Verwaltung und IT.

Weg 4: Schrittweiser Rückzug mit Beteiligung

Sie verkaufen zunächst einen Teil und bleiben beteiligt – mit reduzierter operativer Verantwortung. Das verteilt den Erlös über mehrere Jahre, hält Sie aber im Risiko. Sinnvoll vor allem dann, wenn Sie ohnehin noch einige Jahre mitarbeiten möchten.

Der häufigste Fehler: zu spät anfangen

Wer mit 68 anfängt zu suchen, verhandelt aus einer schwachen Position – jeder sieht, dass die Zeit drängt. Wer mit 58 das erste Gespräch führt, hat alle Optionen: Er kann warten, den Betrieb gezielt vorbereiten, mehrere Interessenten sprechen und den Zeitpunkt selbst wählen.

Ein Gespräch heute bedeutet keine Entscheidung heute. Es bedeutet nur, dass Sie wissen, was möglich ist.

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