Welche Unterlagen benötigt ein Käufer?

Ratgeber · Lesezeit etwa 6 Minuten

Die vollständige Checkliste – geordnet nach den Phasen des Verkaufsprozesses.

Eine der häufigsten Sorgen lautet: „Muss ich gleich alles offenlegen?“ Nein. Der Informationsfluss ist gestaffelt, und jede Stufe hat ihren eigenen Umfang.

Stufe 1 – vor dem ersten Gespräch

Gar nichts. Für eine erste Einordnung reichen mündliche Angaben: Bereich, Region, ungefähre Mitarbeiterzahl und Umsatzgrößenordnung, gewünschter Zeitrahmen.

Stufe 2 – nach der Vertraulichkeitsvereinbarung

  • Jahresabschlüsse der letzten drei Jahre
  • aktuelle betriebswirtschaftliche Auswertung
  • grobe Inventarliste des Mietbestands
  • Mitarbeiterübersicht: Anzahl, Funktionen, Betriebszugehörigkeit
  • Übersicht zum Standort: Eigentum oder Miete, Flächen
  • Beschreibung des Geschäftsmodells und der Kundenstruktur

Stufe 3 – vor der Kaufpreisindikation

  • detaillierte Inventarliste mit Baujahren und Zustand
  • Vermiettage oder Auslastung je Produktgruppe
  • Top-20-Kunden mit Umsätzen über drei Jahre
  • Auftragsbestand und wiederkehrende Veranstaltungen
  • Fahrzeugliste mit Finanzierungen und Leasing
  • Personalliste mit Gehältern (auf Wunsch anonymisiert)
  • Miet- oder Pachtverträge

Stufe 4 – vertiefte Prüfung

  • vollständige Verträge: Kunden-, Liefer-, Miet-, Leasing- und Versicherungsverträge
  • Arbeitsverträge und Betriebsvereinbarungen
  • Handelsregisterauszug, Gesellschaftsvertrag, Gesellschafterbeschlüsse
  • Steuerbescheide und letzte Betriebsprüfung
  • Bankunterlagen, Darlehensverträge, Sicherheiten
  • Genehmigungen, Prüfprotokolle, Statiknachweise, UVV-Prüfungen
  • Grundbuchauszug und Bauunterlagen bei eigener Immobilie
  • offene Rechtsstreitigkeiten und Gewährleistungsfälle

Praktische Hinweise

Legen Sie einen Ordner an, sobald Sie über einen Verkauf nachdenken. Nicht, weil es dringend wäre, sondern weil sich vieles nebenbei erledigen lässt, was unter Zeitdruck Wochen kostet.

Nichts beschönigen. Jeder Käufer erwartet Schwachstellen – kein Betrieb ist perfekt. Was in der Prüfung als Überraschung auftaucht, kostet dagegen Vertrauen und Preis.

Steuerberater früh einbinden. Die meisten Unterlagen liegen dort ohnehin, und die steuerliche Struktur des Verkaufs sollte früh geklärt sein.

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