Was ist ein Zeltverleih wert?

Ratgeber · Lesezeit etwa 7 Minuten

Warum der Materialwert allein nichts aussagt – und welche Kennzahlen wirklich zählen.

Auf diese Frage gibt es keine Zahl als Antwort, sondern eine Rechnung. Und die beginnt nicht beim Zeltbestand, sondern beim Ertrag.

Der häufigste Irrtum: der Wiederbeschaffungswert

Viele Unternehmer rechnen so: Ein neues Festzelt in dieser Größe kostet X, ich habe Y davon, macht Z. Diese Rechnung führt regelmäßig zu Enttäuschungen – denn ein Käufer erwirbt kein Lager, sondern einen Ertragsstrom.

Material, das gut ausgelastet ist, rechtfertigt seinen Wert. Material, das zehn Monate im Jahr steht, ist für einen Käufer vor allem eines: gebundenes Kapital mit laufenden Kosten für Lagerfläche, Versicherung und Instandhaltung.

Nicht der Bestand zählt, sondern was der Bestand verdient.

Die übliche Grundlage: das bereinigte Ergebnis

In der Praxis wird meist auf Basis des nachhaltig erzielbaren Ergebnisses gerechnet – oft als EBIT oder EBITDA, bereinigt um Sondereffekte. Zu bereinigen sind typischerweise ein marktübliches Geschäftsführergehalt, private Anteile in den Kosten, einmalige Effekte und eine überhöhte oder zu niedrige Miete an den Eigentümer.

Auf dieses bereinigte Ergebnis wird ein Faktor angewendet. Wie hoch dieser ausfällt, hängt von Risiko und Substanz ab. Zusätzlich spielen das Anlagevermögen und dessen Finanzierung eine Rolle – bei kapitalintensiven Vermietbetrieben mehr als in anderen Branchen.

Die fünf Stellschrauben mit dem größten Effekt

  1. Auslastung: Vermiettage je Produktgruppe. Zwei Betriebe mit identischem Bestand können sich hier um den Faktor zwei unterscheiden.
  2. Preisniveau: Wurden die Mietpreise regelmäßig angepasst? Wer seit acht Jahren dieselben Preise nimmt, verschenkt Ergebnis – und damit Kaufpreis.
  3. Auftragsbestand: Wiederkehrende Veranstaltungen und Rahmenverträge sind der beste Beweis für Stabilität.
  4. Inhaberabhängigkeit: Läuft die Disposition ohne Sie? Kennen Kunden andere Ansprechpartner? Das ist oft der größte einzelne Hebel.
  5. Investitionsbedarf: Was muss ein Käufer in den ersten drei Jahren in Planen, Böden und Fahrzeuge stecken? Dieser Betrag geht direkt vom Preis ab.

Was den Wert typischerweise drückt

Sonderanfertigungen ohne Ersatzteilversorgung, ein einziger Kunde mit dreißig Prozent Umsatzanteil, fehlende Dokumentation der Aufträge, ein Fuhrpark am Ende seiner Nutzungsdauer und Kundenbeziehungen, die ausschließlich über den Inhaber laufen.

Was Sie vor einem Verkauf noch beeinflussen können

Wer zwei bis drei Jahre Vorlauf hat, kann den Wert seines Betriebs spürbar erhöhen: Preise anpassen, Aufträge sauber dokumentieren, einen Projektleiter aufbauen, der Kunden eigenständig betreut, unrentable Artikelgruppen abbauen und die Nebensaison besser auslasten. Das sind keine Tricks, sondern schlicht bessere Unternehmensführung – sie zahlt sich bei der Übergabe unmittelbar aus.

Die vollständige Übersicht steht auf der Seite Bewertung : zwölf Faktoren, auf die ein Käufer schaut.

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