Zeltverleih verkaufen: Wie läuft die Nachfolge ab?

Ratgeber · Lesezeit etwa 7 Minuten

Vom ersten Gespräch bis zur Übergabe nach der Saison – die typischen Phasen und wie lange sie in der Praxis dauern.

Der Verkauf eines Zeltverleihs unterscheidet sich in einem Punkt deutlich vom Verkauf eines Handels- oder Handwerksbetriebs: Er ist an die Saison gebunden. Wer im Mai einen Betrieb übernimmt, übernimmt gleichzeitig ein volles Auftragsbuch, aufgebaute Zelte auf Festplätzen und ein Team, das jedes Wochenende unterwegs ist. Das ist machbar – will aber geplant sein.

Phase 1: Das erste Gespräch (ein bis zwei Wochen)

Am Anfang steht kein Zahlenwerk, sondern ein Gespräch. Es geht um Ihre Ziele: Wollen Sie ganz aussteigen? Noch zwei Saisons mitfahren? Die Halle behalten? Erst danach ist überhaupt sinnvoll zu klären, ob ein Betrieb ins Suchprofil passt.

Für dieses Gespräch brauchen Sie keine Unterlagen. Ein grobes Bild – Region, Zeltbestand, Mitarbeiterzahl, Umsatzgrößenordnung – reicht vollkommen.

Phase 2: Vertraulichkeit herstellen (wenige Tage)

Sobald konkrete Zahlen ausgetauscht werden, ist eine Vertraulichkeitsvereinbarung üblich. Sie schützt Sie davor, dass Informationen über Kunden, Preise und Erträge an Dritte gelangen. Seriöse Käufer unterschreiben das ohne Diskussion.

Phase 3: Erste Unterlagen und Einschätzung (zwei bis sechs Wochen)

Jetzt wird es konkret. Typischerweise gefragt sind die Jahresabschlüsse der letzten drei Jahre, eine aktuelle betriebswirtschaftliche Auswertung, die Inventarliste des Zeltbestands mit Baujahren, eine Übersicht der größten Kunden und der Auftragsbestand für die kommende Saison.

Aus diesen Unterlagen entsteht eine erste Einschätzung: Passt der Betrieb grundsätzlich? In welcher Größenordnung bewegen wir uns? Ein Käufer, der sich hier vor einer Aussage drückt, wird auch später keine treffen.

Phase 4: Betriebsbesichtigung (ein Tag)

Die Besichtigung ist der ehrlichste Teil des Prozesses. Ein gepflegtes Lager, sortierte Planen, eine funktionierende Waschhalle und ein Reparaturbereich, in dem tatsächlich gearbeitet wird, sagen mehr über einen Betrieb aus als jede Auswertung.

Wenn im Unternehmen niemand von den Gesprächen wissen soll, lässt sich ein Termin am Wochenende oder außerhalb der Geschäftszeiten legen. Das ist völlig normal.

Phase 5: Kaufpreisindikation und Verhandlung (vier bis acht Wochen)

Eine Indikation ohne Herleitung ist wertlos. Sie sollten nachvollziehen können, welche Annahmen zu welchem Wert führen – insbesondere bei Material, Auftragsbestand und der Frage, wie stark der Betrieb an Ihnen hängt.

Phase 6: Prüfung und Vertrag (sechs bis zwölf Wochen)

In der vertieften Prüfung werden Finanzen, Verträge, Mitarbeiter, Fahrzeugfinanzierungen und rechtliche Themen geordnet durchgesehen. Anschließend folgt der notarielle Vertrag – bei einer GmbH die Anteilsübertragung, bei einem Einzelunternehmen der Verkauf der Wirtschaftsgüter.

Phase 7: Übergabe entlang der Saison

Der Stichtag ist Verhandlungssache – und in dieser Branche eine wichtige. Beliebt sind das Spätjahr nach Abschluss der Hauptsaison oder der Jahreswechsel. Wer mitten in der Saison übergibt, sollte zumindest sicherstellen, dass Disposition und Projektleitung durchgehend besetzt bleiben.

Insgesamt sollten Sie mit einem Zeitraum von etwa sechs bis zwölf Monaten rechnen – vom ersten Gespräch bis zum Notartermin.

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Wir sind direkter Kaufinteressent für Eventvermieter, Zeltverleiher und Veranstaltungsausstatter in Deutschland. Ein erstes Gespräch ist unverbindlich und bleibt vertraulich.

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